Der Weg ist so tief,
Nun so laß uns abwärts wallen. Bebe nicht, der Weg ist so tief, ohne Licht. Manch Lied schon so entschlief; kannst Du in den Himmelsseen keine […] Mehr lesen
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Mehr lesenVierundfünfzig Stunden! sprach Fergusson zu seinen Begleitern. Da ich nun aber fest entschlossen bin, die Nacht über nicht zu reisen, weil ich […] Mehr lesen
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Keine Lust auf lange Einleitungen? Zu eilig, um alles zu lesen?
Hüpfen Sie gleich zu den aufregenden und spannendsten Passagen:
Ein märchenhaftes Tal, ein mutiges Mädchen >>>
Ein seltsamer Fuchs, ein verlorenes Spielzeug >>>
Häuser aus Leckereien und eine überraschende Hexe >>>
Hexenzauber, verhextes Lied und befreites Gänseblümchen >>>
Entschlossenheit, dunkle Magie und ein vertrauensvoller Fuchs >>>
Der schützende Fuchs und die Natur >>>
Von Mut, Entscheidungen und einem Lächeln >>>
Im malerischen Hundehütten-Tal, einem Ort, an dem die Grenzen zwischen Realität und Märchen verschwimmen, beginnt unsere Geschichte. Hier lebte ein mutiges Mädchen namens Ruth Ragnarök, dessen unerschütterlicher Glaube an das Unmögliche die Herzen der Menschen im Tal erfüllte. Aber heute ist keine gewöhnliche Geschichte, sondern ein Abenteuer, das sich in den verschlungenen Pfaden des Hundehütten-Tals abspielt.
Ruth Ragnarök, deren Name schon an epische Heldentaten erinnert, machte sich auf den Weg, um ihre beste Freundin Nadine Wilson zu besuchen. Doch das Schicksal hatte andere Pläne für sie. Auf ihrem Weg verlor sie Gänseblümchen, ihr kostbarstes Spielzeug, das ihr einst von ihrer Großmutter geschenkt wurde. Verzweifelt und von Angst erfüllt, irrte sie allein im dichten Wald umher, umgeben von Bäumen, die ihre Geheimnisse zu hüten schienen.
Doch dann geschah etwas Ungewöhnliches: Ein stacheliger Fuchs in einem seltsamen Matrosenanzug tauchte aus dem Unterholz auf. In seinen Augen glänzte ein Funke der Magie, der das Schicksal von Ruth für immer verändern sollte. Wer war dieser Fuchs, und welche Rolle würde er in Ruths Schicksal spielen? Begleiten Sie uns auf dieser Reise durch das Hundehütten-Tal, derweil wir das Geheimnis von Ruth Ragnarök und den fünf stacheligen Füchsen entwirren.
Es war einmal, in einem Märchen aus dem Hundehütten-Tal, ein Mädchen namens Ruth Ragnarök, das auf dem Weg war, ihre gute Freundin Nadine Wilson zu besuchen. Unterwegs entschied sie sich, eine Abkürzung durch das Hundehütten-Tal zu nehmen. Doch nicht lange zuvor hatte Ruth ihr Lieblingsspielzeug, Gänseblümchen, verloren und konnte es nicht mehr finden. Nachdem sie sich umsah, konnte sie nur Bäume sehen und geriet in Panik. Zu allem Überfluss wurde sie auch noch hungrig. In ihrer Not sah sie plötzlich einen stacheligen Fuchs in einem Matrosenanzug hinter den Bäumen verschwinden. „Wie seltsam!", dachte Ruth. Doch mit dem Wunsch, einen Ausweg aus dem Wald zu finden, beschloss sie, dem eigenartig gekleideten Fuchs zu folgen, in der Hoffnung, dass er ihr helfen würde.
Die Luft im Wald liegt schwer, feuchter Moosduft mischt sich mit dem erdigen Geruch nasser Blätter. Ruth hält inne, ihr Blick folgt den knorrigen Ästen, die sich über ihr verzweigen. Der stachelige Fuchs schiebt sich durch das Laub, seine dunklen Augen ruhen auf einem moosbewachsenen Stein, der halb in den Boden gesunken ist. Ruth kniet sich hin, ihre Finger fahren über die raue Oberfläche, Spalten und Kerben formen ein Muster, das ihr fremd vorkommt. Zwischen den Rissen blitzen Linien auf, als hätte jemand einst mit einer feinen Klinge Zeichen in den Stein geschnitten. Sie wischt die feuchten Blätter fort, der Stein enthüllt ein kunstvolles Relief, das eine hoch aufragende Stadt zeigt, umgeben von dichten Bäumen, ihre Türme überragen die Baumwipfel. Der Fuchs legt den Kopf schief, sein Blick ruht auf einer kleinen Inschrift unterhalb der Darstellung. Ruth erkennt die Symbole aus alten Büchern ihrer Großmutter, Worte aus einer vergangenen Zeit. Ihre Lippen formen die Laute, als sie sie leise liest. Schattenreich hinter grünen Kronen, Heimat vergangener Könige, verborgene Pfade führen zurück. Die Bäume ringsum neigen sich, als ob ein Hauch durch sie strömt. Ruths Herz schlägt schneller. Diese Stadt existiert nicht auf irgendeiner Karte, doch der Stein zeigt ihren Namen. Eine Legende erzählt von einem verborgenen Reich, das einst hier lag, bevor es verschwand, als hätte es nie existiert. Niemand spricht darüber, kein Buch erwähnt es. Der Fuchs hebt die Pfote, tippt auf eine schmale Linie, die vom Rand der Stadt in das Wurzelwerk der Bäume führt. Ein Weg, verborgen unter der Erde. Ruth richtet sich auf, ihr Blick folgt der Richtung, die der Fuchs angedeutet hat. Der Wald wirkt anders, die Bäume stehen enger, ihre Stämme ragen dunkler empor, ihre Äste rühren sich nicht im Wind. Die Luft ist kühler, feiner Nebel schwebt über dem Boden. Jeder Schritt fühlt sich schwerer an, als würde der Waldboden sie zurückhalten. Ruth tritt weiter vor, ihre Finger streifen über eine knorrige Wurzel, die sich aus dem Boden windet. Dahinter öffnet sich eine kleine Senke, von Efeu umrankt, eine Öffnung, kaum größer als ein Fenster. Ruth beugt sich vor, ihre Hand tastet nach einem Halt. Tiefe Stille umfängt sie, ein Echo liegt in der Dunkelheit, als wäre dort unten etwas, das darauf wartet, entdeckt zu werden.
Nach einiger Zeit erreichte Ruth eine Abzweigung und fand sich unvermittelt von Häusern umgeben, die aus verschiedenen Lebensmitteln gemacht waren: Ein Haus aus Kohlpflanzen, ein Haus aus Keksen, ein Haus aus Chips, ein Haus aus Macarons, ein Haus aus Pfannkuchen und ein Haus aus Lutschern. Ruths Magen knurrte vor Hunger, doch das Betrachten der Häuser linderte ihr Verlangen nicht. Verzweifelt rief sie aus: „Hallo! Ist hier jemand?" Doch niemand antwortete. Während sie das Dach des nächsten Hauses betrachtete, fragte sie sich, ob es unhöflich wäre, den Kamin von jemand anderem zu essen. Gewiss wäre es unhöflich, das ganze Haus zu essen, aber möglicherweise wäre es akzeptabel, ein paar Leckereien abzuknabbern, wenn man hungrig ist. Wie Ruth überlegt, ob sie von den Leckereien naschen darf, gewahrt sie eine kleine, aus Zucker geformte Tür an der Seite des Keks-Hauses. Voller Neugier tasteten ihre Fingern über das klebrige Muster. Unvermittelt beginnt das Kekshaus knarrend zu zittern, und der Boden unter ihr bebt. Zwischen den Süßigkeiten ragen alte Schriftzeichen hervor, die langsam zu leuchten beginnen. War dies eine Falle oder eine Einladung? Ein Windstoß trägt eine unbekannte Stimme an ihr Ohr, die leise flüstert: „Wer eintreten will, zahlt einen Preis…“
Ruth durchquert den Wald. Der Wind rauscht durch das dichte Laub des Hundehütten-Tals. Die Stämme ragen in die Höhe, ihre Rinden rau und zerfurcht wie alte Gesichter. Schatten bewegen sich zwischen den Ästen, leise, kaum sichtbar. Die Luft riecht nach feuchter Erde und dem süßlichen Duft verrottender Blätter. Ein fernes Echo trägt ein leises Murmeln heran, Worte, die sich im Rauschen des Windes verlieren. Ruth bleibt stehen. Ihre Hand umklammert Gänseblümchen, ihr Herz schlägt schneller. Der Wald ist still, doch diese Stille ist keine Leere. Stimmen fließen durch die Dunkelheit, sanft, aber eindringlich. Worte in einer Sprache, die Ruth nicht kennt, doch registriert. Der Boden unter ihren Füßen ist weich, bedeckt mit Moos, das sich wie ein Teppich aus dunklem Grün erstreckt. Wurzeln schlängeln sich aus der Erde, verdrehte Finger, die nach ihr greifen. Sie geht weiter, langsamer, mit jedem Schritt wächst das Gefühl, dass sie beobachtet wird. Der Wind trägt einen neuen Laut heran, tiefer als zuvor. Ein Summen, das nicht vergeht. Ruth schaut sich um, doch der Wald bleibt unbewegt. Ihre eigenen Schritte verhallen ohne Echo. Hat der Boden ihre Anwesenheit verschluckt? Die Stimmen kehren zurück, drängen sich in ihren Verstand. Sie sieht den Baum vor sich erst, als sie fast dagegen läuft. Die Rinde ist dunkler als die der anderen, fast schwarz. Hatte die Ewigkeit ihn verbrannt? Seine Zweige ragen in den Himmel, aber das Blätterdach bleibt kahl. Ruth hebt die Hand, ihre Finger berühren die Oberfläche. Kälte kriecht durch ihre Haut. Die Stimmen verstummen, ein Moment gespannter Erwartung. Der Wind bricht ab. Der Wald hält den Atem an. Ein Flüstern erhebt sich direkt neben ihr. Nah, zu nah. Ruth dreht sich um, doch dort ist nur Düsternis. Etwas bewegt sich im Augenwinkel. Ein Schatten gleitet zwischen den Bäumen hindurch, eine Silhouette, die keinen Laut macht. Der Wald hat seine Grenzen verloren, jeder Pfad führt ins Nichts. Die Stimmen sprechen wieder, einzeln, dann im Chor. Geschichten über Menschen, die nie zurückkehrten. Namen, die keine Gesichter haben. Ruths Atem geht flach, ihre Finger krallen sich in die Rinde des Baums. Ihr Körper erstarrt. Die Schatten kommen näher. Stimmen singen alte Verse, Erinnerungen an ein Versprechen, das nie eingelöst wurde. Das Licht verändert sich. Der Wald wird dunkler, obwohl keine Wolken den Himmel bedecken. Die Schatten wachsen, breiten sich aus, verschmelzen mit den Bäumen. Ruths Blick fällt auf den Boden. Dort, wo ihre Füße stehen, erstreckt sich ein Kreis aus verwitterten Zeichen, eingeritzt in die Erde. Die Muster winden sich, fremde Symbolen, die sich bewegen. Sind sie lebendig? Ein kalter Hauch streift ihre Wange. Sie spürt keinen Wind, nur die Berührung von etwas, das nicht da sein sollte. Die Stimmen verstummen ein letztes Mal. Dann, mit einem Laut, der wie das Brechen von Ästen klingt, lösen sich die Schatten auf. Der Wald atmet aus, der Wind kehrt zurück. Ruth blinzelt, sucht nach Spuren, doch der Kreis in der Erde ist verschwunden. Nur der Baum bleibt, still, mit Rinde so dunkel wie die Nacht. Sie löst ihre Finger von der Oberfläche, ein letzter Blick auf das vernarbte Holz, dann wendet sie sich ab. Die Luft riecht noch immer nach Erde, aber die Kälte ist fort. Ruth nimmt einen tiefen Atemzug, setzt einen Fuß vor den anderen und verlässt den Wald, während hinter ihr das Flüstern erneut beginnt.
Ruth steht mit Gänseblümchen in den Händen, der stachelige Fuchs an ihrer Seite. Der Nebel, der die Hexe mit sich nahm, löst sich auf, doch die Luft bleibt schwer. Die Bäume, die vor wenigen Augenblicken geflüstert haben, schweigen. Der Boden unter ihren Füßen scheint fester als zuvor, aber eine Kälte zieht durch die Erde. Ein fahles Licht fällt durch das dichte Blätterdach, wirft verzerrte Schatten auf den Waldboden. Ruth betrachtet das Spielzeug in ihrer Hand. Es ist ganz, nicht beschädigt, doch das weiche Material fühlt sich fremd an. Ein feines Kribbeln läuft über ihre Finger, eine Berührung wie von unsichtbaren Fäden. Der stachelige Fuchs hebt den Kopf. Seine Ohren zucken, sein Blick bleibt auf Ruth gerichtet. Er bewegt sich nicht, beobachtet nur. Die Stille im Wald breitet sich aus, füllt jede Ritze zwischen den Baumstämmen. Ruths Atem ist gleichmäßig, aber ein Druck lastet auf ihrer Brust. Sie hebt die Hand, betrachtet die Haut auf ihrem Handrücken. Dünne, dunkle Linien ziehen sich unter der Oberfläche, kaum sichtbar, aber vorhanden. Sie verlaufen wie Wurzeln, verzweigen sich in feinen Mustern. Sie ballt die Hand zur Faust. Der Fuchs kommt näher, schnuppert an ihrem Ärmel, zieht sich dann langsam zurück. Sein Fell sträubt sich leicht. Ruths Hand fühlt sich schwer an. Ein Puls zieht durch die Linien unter ihrer Haut, langsam, gleichmäßig, nicht schmerzhaft, aber spürbar. Der Fuchs setzt sich, sein Blick wandert zum Waldrand. Dort, wo das verhexte Dorf stand, ist nichts als feuchte Erde. Der Geruch von verbrannten Kräutern hängt in der Luft. Ein letzter Rest von Magie klebt an den Wurzeln, zieht sich zurück, hinterlässt eine Leere. Ruth drückt Gänseblümchen an ihre Brust. Die Linien auf ihrer Haut bleiben. Der Wald bleibt still. Sie blickt in die Dunkelheit zwischen den Bäumen. Der Fluch der Hexe ist nicht vergangen. Er wartet.
Ruth spürt die Erde unter ihren Füßen nachgeben. Ein Riss durchzieht den Boden, feine Linien, die sich ausbreiten, während die Luft nach feuchtem Laub riecht. Der stachelige Fuchs hebt den Kopf, seine Ohren zucken, sein Blick haftet an dem dunklen Spalt, der sich zwischen den Wurzeln der alten Bäume auftut. Ein dumpfes Grollen steigt aus der Tiefe, leise, drohend, ein Echo aus einer Welt, die lange verborgen lag. Ruth macht einen Schritt zurück, doch der Boden bricht unter ihr weg, sie fällt, ihre Hände greifen nach dem Wurzelwerk, rutschen an der feuchten Rinde ab. Die Dunkelheit verschlingt sie, ein rascher Moment, ein Strudel aus fallendem Laub, dann ein Aufprall, weich, kühl, umgeben von feinem, silbrigem Staub, der in der Luft wirbelt. Über ihr spannt sich eine Höhlendecke aus verflochtenen Wurzeln, in denen dünne Ranken leuchten, pulsierend, als würden sie atmen. Der Fuchs landet neben ihr, seine Pfoten wirbeln Staub auf, sein Blick ruht auf einem steinernen Torbogen, der am anderen Ende der Höhle steht. Der Stein ist glatt, eingelassen in eine Wand aus dunklem Gestein, seine Oberfläche trägt Zeichen, die sich im Licht der Ranken langsam verändern. Ruth steht auf, der Boden unter ihr ist fest, bedeckt von einem Muster aus feinen Linien, die sich wie Flussläufe verzweigen. Die Luft ist kühl, ein Hauch von Moos und alten Blättern liegt darin, eine Stille, die nur vom entfernten Tropfen von Wasser durchbrochen wird. Sie geht auf das Tor zu, ihre Finger streifen die eingravierten Zeichen. Die Linien glimmen auf, ziehen sich über die Steinoberfläche, ein Muster, das sich formt, sich bewegt, bis eine Öffnung sichtbar wird. Dahinter liegt eine Stadt aus schimmernden Türmen, geformt aus blassen Kristallen, verbunden durch schmale Brücken, die in der Dunkelheit schweben. Hohe Bögen überspannen Plätze, Stufen führen hinab in Straßen, die von sanft leuchtenden Laternen gesäumt sind. Stille liegt über der Stadt, keine Bewegung, kein Laut, nur das leise Flirren der Lichter, die über die Wände gleiten. Ruth betritt die Stadt, ihr Blick wandert über die Fassaden, die mit filigranen Mustern durchzogen sind, Muster, die sich zu Geschichten formen, Bilder, die sich verändern, wenn sie sich nähert. Schatten huschen durch die Wände, Konturen von Gestalten, deren Züge im Licht verschwimmen. Sie bleibt stehen, ihr Atem flach, ihre Finger berühren das kühle Kristall. Stimmen flüstern durch den Raum, eine Sprache, die keine Worte kennt, nur Klänge, die sich in ihre Gedanken legen, Erinnerungen, die nicht ihre eigenen sind. Der Fuchs bewegt sich neben ihr, sein Blick durchdringt die Dunkelheit, seine Ohren drehen sich. Kann er etwas hören, das für sie verborgen bleibt? Dann ein Laut, entfernt, vibrierend, eine Bewegung in den Schatten. Die Stadt lebt, tief unter den Wurzeln, in der Stille verborgen, ein Reich, das auf Ruths Schritte gewartet hat.
Ruth betritt das Dorf, die Straßen wirken vertraut, doch die Stille ist unnatürlich. Der Platz, auf dem sonst Stimmen durcheinanderströmen, liegt verlassen im Zwielicht. Die Fensterläden der kleinen Häuser sind geschlossen, nur der Brunnen in der Mitte gluckert leise. Die Luft riecht nach feuchtem Holz und alten Steinen. Ruth hält Gänseblümchen fest in den Armen, ihr Herz pocht schneller, als sie auf die erste Tür zugeht. Ihre Finger tasten nach dem Griff, doch die Tür bewegt sich nicht. Sie klopft, das Echo verliert sich in der Leere. Ein Scharren ertönt in der Gasse neben ihr, eine Katze huscht aus einem Schatten, ihre grünen Augen leuchten. Ruth folgt ihr, ihre Schritte hallen auf dem Pflaster. An der Ecke bleibt sie stehen, ihr Blick fällt auf eine Gestalt, die in einer Nische des alten Kornspeichers lehnt. Ein alter Mann mit tiefen Falten und ruhigem Blick. Seine Hände ruhen auf einem geschnitzten Stock, in das Holz sind feine Muster gearbeitet. Er hebt langsam den Kopf, seine Stimme ist leise. Du kommst aus dem Wald. Ruth nickt, ihre Kehle fühlt sich trocken an. Der Mann betrachtet sie einen Moment, sein Blick wandert zu Gänseblümchen. Sie haben vergessen, was war, sagt er, als würde er eine lange Geschichte zusammenfassen. Nur wer im Wald gewesen ist, erinnert sich. Die Laternen an den Hauswänden flackern auf, warmes Licht breitet sich auf den Steinen aus. Schritte erklingen hinter Fenstern, Schatten bewegen sich. Eine Tür öffnet sich, eine Frau tritt heraus, dann ein Junge, endlich andere Dorfbewohner. Ihre Gesichter spiegeln Verwunderung, als sie Ruth sehen. Sie mustern sie, als wäre sie ein verlorenes Bild, das aus einer anderen Zeit zurückkehrt. Ruth setzt einen Schritt nach vorn, doch niemand spricht. Der alte Mann hebt die Hand und deutet auf den Brunnen. Dort ruht das, was vergessen wurde. Ruth nähert sich dem Brunnenrand. Das Wasser ist dunkel, kein Mond spiegelt sich darin. Ihre Finger gleiten über den steinernen Rand, eine kühle Berührung durchzieht sie. Ein leises Flüstern steigt aus der Tiefe auf, fremde Worte, vertraute Laute. Die Oberfläche kräuselt sich, Bilder formen sich zwischen den Schatten der Wellen. Das Dorf, wie es einmal war, Menschen in fröhlichem Treiben, Kinder, die auf dem Platz spielen, Stände mit bunten Tüchern, das Lachen einer alten Frau, das Läuten einer Glocke. Ruth hält den Atem an. Mit einem Wimpernschlag verschwinden die Bilder, nur ihr Spiegelbild bleibt zurück. Ein Windhauch zieht durch die Gassen, wird stärker, fegt über die Dächer, trägt eine leise Melodie mit sich. Der alte Mann tritt an ihre Seite, sein Blick bleibt auf dem Wasser. Alles, was verloren ging, wird in den Erinnerungen bestehen. Ruth löst den Blick von der dunklen Tiefe, ihre Finger umklammern Gänseblümchen fester. Die Dorfbewohner stehen reglos, als wüssten sie nicht, ob sie sich freuen oder fürchten sollen. Ruth schließt die Augen, lauscht der Stille, dann dreht sie sich um. Ihre Füße berühren den Boden fester als zuvor, ihr Schritt ist ruhiger. Sie weiß, dass sie gehen kann, denn die Geschichte hat ihren Platz gefunden, verborgen im Wasser des Brunnens und in den Schatten des Waldes, wo jedes Geheimnis eine Spur hinterlässt, die nur von denen gelesen werden kann, die sich erinnern.
Mit einem schelmischen Augenzwinkern und den besten Märchenzaubergrüßen aus dem verwunschenen Hundehütten-Tal,
Ihr Geschichtenerzähler mit Matrosenuniform und Beschützer der stacheligen Füchse.
*Der geneigte Leser möge entschuldigen, dass wir nicht erwähnen, welche Orte, Ortsnamen und Sehenswürdigkeiten im Verlaufe der vergangenen mehr als 100 Jahre, durch den ersten und zweiten Weltkrieg, viele Jahre entwickelte Sozialistische Gesellschaft und mehrerer Rechtschreibreformen verloren gingen oder geändert wurden.
Quellenangaben:
Inspiriert von den kulinarischen Wundern der Pulsnitzer Pfefferkuchenhäuschen und dem unerwarteten Erscheinen einer Hexe.
Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen,
Meyers Konversations-Lexikon 3. Auflage 1874 - 1884
Wikipedia – Die freie Enzyklopädie
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Nun so laß uns abwärts wallen. Bebe nicht, der Weg ist so tief, ohne Licht. Manch Lied schon so entschlief; kannst Du in den Himmelsseen keine Freiheit mehr ersehen, in den fernen goldnen Sternen, die wie Blumen drinnen brennen. Keinen Frühling mehr erkennen. So will ich Dich führen auf stillen Wegen; in den Busen, wie ins Grab, dein Gebete, deine süße Rede traurig niederlegen. Blicke nieder ohne Wehe, vergehe, kehre heller wieder. In jedem Kleide werd ich wohl die Pein Des engen Erdelebens fühlen. Der Gott, der mir im Busen wohnt, Kann tief mein Innerstes erregen; Der über allen meinen Kräften thront, Er kann nach außen nichts bewegen; Und so ist mir das Dasein eine Last, Der Tod erwünscht, das Leben mir verhaßt. Entbehren sollst du! sollst entbehren! Nur mit Entsetzen wach ich morgens auf, Ich möchte bittre Tränen weinen, Den Tag zu sehn, der mir in seinem Lauf Nicht einen Wunsch erfüllen wird, nicht einen, Der selbst die Ahnung jeder Lust Mit eigensinnigem Krittel mindert, Die Schöpfung meiner regen Brust Mit tausend Lebensfratzen hindert. Auch muß ich, wenn die Nacht sich niedersenkt, Mich ängstlich auf das Lager strecken; Auch da wird keine Rast geschenkt, Mich werden wilde Träume schrecken. Das ist der ewige Gesang, Der jedem an die Ohren klingt, Den, unser ganzes Leben lang, Uns heiser jede Stunde singt. Der leichtfertige Postknecht aber wird von unsichtbaren Händen erfaßt und fortgeschleudert, so daß er besinnungslos am Boden liegen bleibt. Die Straßenbäume warfen eigentümliche, fast gespenstische Schatten. Nun fuhr er in das Dorf hinein, wo man ihn längst erwartet hatte. Jenseits des Grabens standen ruhig die Pferde mit dem Postwagen. Am andern Morgen findet er in seinen Taschen anstatt der Edelsteine und Goldstücke Lehmklumpen und kleine Feldsteine. Das Gewölbe bebt. Da geschieht plötzlich ein donnerähnlicher Krach. Der Gang endet in einem hohen und weiten Gewölbe. […] Mehr lesen >>>
Vierundfünfzig Stunden! sprach Fergusson zu seinen Begleitern. Da ich nun aber fest entschlossen bin, die Nacht über nicht zu reisen, weil ich fürchte, einen Bach, eine Quelle oder irgend eine Lache zu übersehen, so bleiben uns noch drei und ein halber Reisetag; in dieser Zeit müssen wir um jeden Preis Wasser finden. Ich hielt es für meine Pflicht, Euch, meine Freunde, mit dem Ernst der Situation bekannt zu machen, denn ich reservire nur eine einzige Gallone für den Durst, und wir werden uns auf eine sehr geringe Ration setzen müssen. Beim Abendessen wurde das Wasser genau gemessen, und der Branntweinzusatz im Grog erhöht. Man mußte jedoch vorsichtig mit diesem Getränk zu Werke gehen, das eher dazu dient, den Durst zu erhöhen, als ihn zu stillen. Auf die friedliche Nacht mit ihrem Sternenschein folgte ein Tag, der wenn möglich eine noch glühendere Hitze als die vorhergehenden entwickelte. Vom frühen Morgen an steigerte sich die Temperatur zu einer unerträglich drückenden Hitze. Dieser ästhetische Sinn fehlte ihm aber völlig. Selber eine Kuriosität, brachte er es über die Kuriositätenkrämerei nie hinaus. Sein Witz und Humor verstiegen sich nur bis zur Lust an der Mystifikation. Den Altertumsforschern einen Streich zu spielen, war ihm ein besonderer Genuß. Er ließ von eigens engagierten Steinmetzen große Feldsteine konkav ausarbeiten, um seine Wustrauer Feldmark mit Hilfe dieser Steine zu einem heidnischen Begräbnisplatz avancieren zu lassen. Am Seeufer hing er in einem niedlichen Glockenhäuschen eine irdene Glocke auf, der er zuvor einen Bronzeanstrich hatte geben lassen. Er wußte im voraus, daß die vorüberfahrenden Schiffer, in dem Glauben, es sei Glockengut, innerhalb acht Tagen den Versuch machen würden, die Glocke zu stehlen. […] Mehr lesen >>>
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